Du bist Yoga­leh­re­rin und möch­test mehr über die Schwes­tern­leh­ren erfah­ren? Viel­leicht hast du Ayur­ve­da in dei­ner Aus­bil­dung schon ein­mal kurz gestreift – und warst direkt fas­zi­niert von die­ser jahr­tau­sen­de­al­ten Gesund­heits­leh­re. Viel­leicht hast du direkt gespürt, dass Ayur­ve­da und Yoga zusam­men­ge­hö­ren und du mehr dar­über erfah­ren möchtest.

Vie­le Yoga­leh­re­rin­nen spü­ren genau das: Dass Yoga unglaub­lich kraft­voll ist – aber dass Ayur­ve­da ihnen zeigt, wie sie ihren Kör­per zusätz­lich über die Ernäh­rung und eine kon­sti­tu­ti­ons­ge­rech­te Lebens­wei­se stär­ken können.

Denn Ayur­ve­da und Yoga gehö­ren nicht nur zusam­men – sie waren nie getrennt.

Ich kann mich noch gut an mei­ne eige­ne Yoga­leh­re­rin­nen-Aus­bil­dung erin­nern. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te ich bereits eine Ayur­ve­da-Aus­bil­dung und meh­re­re Wei­ter­bil­dun­gen abge­schlos­sen und Ayur­ve­da schon fest in mei­nen All­tag inte­griert.
Umso erstaun­ter war ich, dass Ayur­ve­da in mei­ner 200h-Aus­bil­dung nur einen sehr klei­nen Part ein­ge­nom­men hat. Und ich weiß noch genau, wie groß das Inter­es­se aller Yoga­schü­le­rin­nen war. Denn wäh­rend des Ayur­ve­da-Teils kamen die ande­ren Yoga­schü­le­rin­nen in den Pau­sen immer wie­der zu mir, woll­ten mehr wis­sen und hat­ten ganz vie­le Fragen.

Sie woll­ten mehr über ihre Kon­sti­tu­ti­on wis­sen. Sie woll­ten genau wis­sen, wie sie ihre Ernäh­rung gestal­ten kön­nen, um ihr kör­per­li­ches Wohl­be­fin­den zu unter­stüt­zen. Sie woll­ten wis­sen, wie sie kraft­vol­le ayur­ve­di­sche Ritua­le in ihren All­tag inte­grie­ren kön­nen. Und genau in die­sen Momen­ten wur­de mir noch ein­mal bewusst: Ayur­ve­da kommt oft viel zu kurz in Yoga­leh­rer-Aus­bil­dun­gen, obwohl bei­des fest zusam­men­ge­hört. Denn bei­de Sys­te­me grei­fen inein­an­der. Wir brau­chen sowohl Yoga als auch Ayur­ve­da für ein ganz­heit­lich gesun­des Leben. 

Yoga steht für die Rei­ni­gung und Stär­kung des Geis­tes. Ayur­ve­da für die Rei­ni­gung und Stär­kung des Körpers. 

Und erst zusam­men ent­steht ganz­heit­li­che Gesund­heit. Denn aus ayur­ve­di­scher Sicht gilt der Mensch erst als gesund, wenn sei­ne Doshas im Gleich­ge­wicht sind, der Kör­per frei von Ama (Stoff­wech­sel­rück­stän­den) ist und wir in Kon­takt mit unse­rer See­le sind.
Und genau das ist mög­lich, wenn wir Ayur­ve­da und Yoga mit­ein­an­der ver­bin­den. Und gleich­zei­tig kön­nen wir auch unse­re Yoga­pra­xis an unse­ren Ayur­ve­da-Typ anpas­sen. Denn auch hier gilt – wie bei allem im Ayur­ve­da: Das, was für den einen sehr stim­mig ist, kann den ande­ren ins Ungleich­ge­wicht bringen

Ayurveda und Yoga: Warum die beiden Schwesternlehren zusammengehören

Was ist Ayurveda eigentlich – und warum nennt man es die Schwesternlehre des Yoga

Ayur­ve­da und Yoga stam­men aus der­sel­ben vedi­schen Tra­di­ti­on. Wäh­rend Yoga ursprüng­lich dar­auf aus­ge­rich­tet ist, den Geist zur Ruhe zu brin­gen und dich in Ver­bin­dung mit dir selbst zu brin­gen, küm­mert sich Ayur­ve­da um alles, was dich dabei unter­stützt:
Dei­nen Kör­per, dei­ne Ver­dau­ung, dei­ne Energie.

Des­halb spricht man auch von Schwes­tern­leh­ren. Yoga ist der Weg nach innen. Ayur­ve­da ist das Fun­da­ment, das dich dabei trägt. Oder anders gesagt: Yoga bringt dich in Ver­bin­dung mit dir selbst. Ayur­ve­da sorgt dafür, dass dein Sys­tem in Balan­ce ist, um die­se Ver­bin­dung zu halten.

Was Ayurveda und Yoga verbindet: Prana, Gunas und die Doshas

Wenn du tie­fer ein­tauchst, merkst du schnell: Bei­de Sys­te­me spre­chen im Grun­de die glei­che Sprache.

Pra­na – die Lebens­en­er­gie
Kennst du aus dem Yoga. Atem, Bewe­gung, Ener­gie­fluss.
Im Ayur­ve­da ist Pra­na genau­so zen­tral – es beschreibt die Ener­gie, die dich am Leben hält. Über die Ernäh­rung und das, was wir täg­lich tun, haben wir einen rie­si­gen Ein­fluss, wie ener­gie­voll wir uns füh­len und wie viel Pra­na unse­rem Kör­per zur Ver­fü­gung steht.

Doshas – dei­ne indi­vi­du­el­le Kon­sti­tu­ti­on
Wenn du schon ein wenig in den Ayur­ve­da ein­ge­taucht bist, dann weißt du, dass es unter­schied­li­che Kon­sti­tu­ti­ons­ty­pen gibt – Vata, Pit­ta und Kapha. Denn im Ayur­ve­da wird der Mensch indi­vi­du­ell betrach­tet und nichts ist für jeden gleich gut geeig­net.
Vata, Pit­ta und Kapha beschrei­ben, wie dein Kör­per und dein Geist funk­tio­nie­ren. Denn: Was dei­nem Kör­per gut­tut, ist nicht für jede Per­son gleich. Daher wer­den Lebens­stil und Ernäh­rung indi­vi­du­ell an den Kon­sti­tu­ti­ons­typ ange­passt – für maxi­ma­le Gesundheit.

Men­schen mit einer domi­nan­ten Vata-Ener­gie sind oft krea­tiv, begeis­te­rungs­fä­hig und vol­ler Ideen, aber auch anfäl­lig für Ver­dau­ungs­be­schwer­den, Gedan­ken­ka­rus­sell und inne­rer Unruhe.

Men­schen mit einer domi­nan­ten Pit­ta-Ener­gie sind oft fokus­siert, ziel­stre­big und ehr­gei­zig, aber auch anfäl­lig für Reiz­bar­keit, Unge­duld, Sod­bren­nen, Magen­ent­zün­dun­gen und inne­ren Druck.

Men­schen mit einer domi­nan­ten Kapha-Ener­gie sind oft gelas­sen, aus­ge­gli­chen und strah­len eine inne­re Ruhe aus, aber auch anfäl­lig für Träg­heit, Antriebs­lo­sig­keit, Gewichts­zu­nah­me, Depres­si­on und ein Gefühl von Schwere.

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Gunas – dei­ne men­ta­le Ener­gie
Neben den Doshas, die dei­nen Kör­per und dei­ne Kon­sti­tu­ti­on beschrei­ben, spie­len im Ayur­ve­da und Yoga auch die soge­nann­ten Gunas eine zen­tra­le Rol­le. Die Gunas beschrei­ben dei­nen men­ta­len Zustand – also, wie du denkst, fühlst und wahrnimmst.

Es gibt drei Gunas:

Satt­va steht für Klar­heit, Har­mo­nie, Acht­sam­keit und Balan­ce. Satt­va ermög­licht die Erkennt­nis dei­ner ursprüng­lich wah­ren Natur. Eine star­ke Aus­prä­gung von Satt­va ist wich­tig für einen gesund­heits­be­wuss­ten Lebens­stil. Denn durch ein gutes Satt­va schaf­fen wir Bewusst­sein für das, was uns gut­tut, und wäh­len unse­re Nah­rungs­mit­tel und Ver­hal­tens­wei­sen acht­sa­mer aus. In einem satt­vi­schen Zustand fühlst du dich ent­spannt, ver­bun­den und bei dir. Dei­ne Gedan­ken sind klar und dein Ner­ven­sys­tem ist aus­ge­gli­chen. Im Ayur­ve­da und Yoga liegt der Fokus daher immer auf der Stär­kung von Satt­va.

Rajas steht für Akti­vi­tät und Lei­den­schaft. Wir brau­chen ein gesun­des Maß an Rajas, denn Rajas ermög­licht Ver­än­de­rung und Krea­ti­vi­tät. Ein hohes Maß an Rajas kann dazu füh­ren, dass wir unser Glück immer vom Außen abhän­gig machen und Leid sowie Kon­flik­te kre­ieren. In einem raja­si­schen Zustand bist du oft im Hust­le-Modus, die Gedan­ken sind schnell, du bist leis­tungs­ori­en­tiert, aber auch anfäl­lig für Stress, Ängs­te und inne­re Unruhe.

Tamas ist die Eigen­schaft der Träg­heit. Ein zu viel an Tamas lässt uns schwer, müde und antriebs­los füh­len. Gleich­zei­tig brau­chen wir ein gewis­ses Maß an Tamas, um zu ent­span­nen und uns geer­det zu füh­len. Im Über­maß führt es zu Selbst­täu­schung, geis­ti­ger Träg­heit und dazu, dass wir nicht mehr in der Lage sind, gesun­de Ent­schei­dun­gen zu treffen.

Über dei­ne Yoga­pra­xis, dei­ne Ernäh­rung und dei­nen Lebens­stil kannst du gezielt Ein­fluss auf dei­ne Gunas nehmen.

Ayurveda für dich als Yogalehrerin: Was sich in deiner eigenen Praxis verändert

Wie du Ayurveda in deinen Yoga-Unterricht und deine Yoga Praxis einfließen lässt

Unse­re Yoga­pra­xis (Asa­nas und Pra­na­ya­ma) hat einen direk­ten Ein­fluss auf unse­re Balan­ce. Je nach Kon­sti­tu­ti­on fühlst du dich zu einer ande­ren Pra­xis hin­ge­zo­gen. Aller­dings ist es oft so, dass wir, wenn wir im Ungleich­ge­wicht sind, genau die Pra­xis bevor­zu­gen, die uns noch wei­ter aus der Balan­ce bringt. Dei­ne Kon­sti­tu­ti­on zu ken­nen und zu ver­ste­hen, ist daher wich­tig, um dei­ne Yoga­pra­xis an dei­nen Dosha-Typ anzupassen.

Jedes Dosha bringt bestimm­te Eigen­schaf­ten mit sich. Vata ist vor allem kalt, tro­cken und beweg­lich. Kapha ist kühl, feucht und eher trä­ge. Pit­ta ist heiß, ölig und scharf. Die­se vor­herr­schen­den Eigen­schaf­ten kön­nen wir – neben einer Anpas­sung der Ernäh­rung und der Lebens­wei­se – über unse­re Yoga­pra­xis gezielt aus­glei­chen. Denn im Ayur­ve­da gilt immer das Prin­zip: Glei­ches ver­stärkt Glei­ches und Gegen­sät­ze glei­chen sich aus.

Für wel­chen Men­schen wel­cher Yoga-Stil der rich­ti­ge ist, ist ganz individuell.

Yoga für Vata-Typen: Erdung statt Power

Vata steht für Bewe­gung, Leich­tig­keit – aber auch für Unru­he, Käl­te und Ner­vo­si­tät. Für den Vata-Typ soll­te daher der Fokus auf Ruhe, Erdung und Sta­bi­li­tät lie­gen. Für die Vata Kon­sti­tu­ti­on eig­nen sich ruhi­ge, flie­ßen­de und lang­sa­me­re Yoga-Flows, Yin Yoga, Hatha Yoga, die Wech­sel­at­mung, kur­ze Medi­ta­tio­nen und ein län­ge­res Shavasana.

Idea­le Yoga­übun­gen:
Sanf­te Dre­hun­gen, Vor­wärts­beu­gen, bewuss­te Atmung

Kon­kre­te Impul­se:

  • lang­sa­me, flie­ßen­de Bewegungen
  • lan­ge gehal­te­ne Asanas
  • Fokus auf die Atmung
  • Wär­me im Raum

Das Ziel: das Ner­ven­sys­tem beruhigen.

Wenn ein Vata-Typ inner­lich bereits sehr unru­hig ist, die Gedan­ken krei­sen und das Sys­tem schon über­reizt ist und er dann noch abends um 20:00 Uhr einen kraft­vol­len Vin­ya­sa-Flow mit vie­len akti­vie­ren­den und beweg­li­chen Ele­men­ten macht, wird Vata wei­ter erhöht. Die Fol­ge: schlech­ter Schlaf oder Schwie­rig­kei­ten, vor dem Schlaf zur Ruhe zu kommen

Yoga für Pitta-Typen: Kühlen und Hingabe

Pit­ta steht für Feu­er, Fokus und Leis­tung. Vie­le Pit­ta-Typen kom­men zur Yoga­stun­de – und machen genau das wei­ter: funk­tio­nie­ren, leis­ten, bes­ser wer­den. Sie schau­en nach links und rechts, wol­len die „Bes­ten“ sein und pushen sich ger­ne, noch tie­fer in eine Asa­na. Pit­ta-Typen haben von Natur aus viel Feu­er. Sie dür­fen in ihrer Yoga-Pra­xis mehr Hin­ga­be, bei sich blei­ben und Ruhe ler­nen. Die Pra­xis soll­te küh­lend, ent­spannt und aus­glei­chend sein. Gleich­zei­tig braucht das feu­ri­ge Pit­ta-Dosha aber auch eine gute Por­ti­on Bewe­gung, um den inne­ren Druck auszugleichen.

Daher gilt: Pit­ta auf eine sanf­te Art und Wei­se for­dern und gleich­zei­tig Mil­de und Ent­span­nung ein­la­den. Für die Pit­ta-Kon­sti­tu­ti­on eig­nen sich daher ruhi­ge, aus­glei­chen­de Yoga-Flows, sanf­tes Hatha Yoga, Yin Yoga, küh­len­de Atem­übun­gen und Meditationen.

Idea­le Yoga­übun­gen:
Twists und Vorbeugen

Kon­kre­te Impulse:

  • weni­ger Leistungsdenken
  • mehr Pau­sen
  • küh­len­de Sequenzen
  • Fokus auf Hin­ga­be statt Perfektion

Das Ziel: den inne­ren Druck redu­zie­ren und das Ner­ven­sys­tem ausgleichen.

Wenn ein Pit­ta-Typ bereits ange­spannt und mit viel inne­rem Druck auf die Mat­te geht und dann noch eine sehr for­dern­de und leis­tungs­ori­en­tier­te Yoga-Pra­xis macht, wird Pit­ta wei­ter erhöht. Die Fol­ge: inne­re Unru­he, Gereizt­heit oder das Gefühl, nie wirk­lich abschal­ten zu können.

Yoga für Kapha-Typen: Aktivierung & Wärme

Kapha steht für Sta­bi­li­tät, Ruhe – aber auch für Schwe­re und Träg­heit. Kapha-Typen haben von Natur aus viel Sta­bi­li­tät und Ruhe. Sie dür­fen in ihrer Yoga-Pra­xis mehr Akti­vie­rung, Leich­tig­keit und Dyna­mik erfah­ren. Die Pra­xis soll­te anre­gend, wär­mend und
bele­bend sein.

Daher gilt: Kapha bewusst aus der Kom­fort­zo­ne holen und gleich­zei­tig Freu­de an Bewe­gung wecken. Für die Kapha-Kon­sti­tu­ti­on eig­nen sich daher dyna­mi­sche Yoga-Flows, Vin­ya­sa Yoga, kraft­vol­le Sequen­zen und akti­vie­ren­de Atemübungen.

Idea­le Yoga­übun­gen:
Rück­beu­gen, ste­hen­de Asa­nas und Sonnengrüße

Kon­kre­te Impulse:

  • dyna­mi­sche, flie­ßen­de Bewegungen
  • mehr Tem­po
  • akti­vie­ren­de Atemübungen
  • weni­ger lan­ge Pausen


Das Ziel: mehr Ener­gie, Leich­tig­keit und Akti­vie­rung ins Sys­tem bringen.

Wenn ein Kapha-Typ sich ohne­hin schon schwer und antriebs­los fühlt und dann eine sehr ruhi­ge, lang­sa­me und pas­si­ve Yoga-Pra­xis macht, wird Kapha wei­ter erhöht. Die Fol­ge: noch mehr Träg­heit, Müdig­keit und ein Gefühl von Schwe­re im Kör­per. Nach einer typ­ge­rech­ten Yoga-Pra­xis soll­test du dich ent­spannt, in Balan­ce und ver­bun­den mit dir fühlen.

Doshas in Yogaklassen berücksichtigen

Und jetzt fragst du dich viel­leicht, wie du eine Yoga­stun­de typ­ge­recht gestal­ten kannst, wenn jeder Mensch indi­vi­du­ell ist und dei­ne Yogaschüler:innen höchst­wahr­schein­lich auch unter­schied­lich geprägt sind. Wie kannst du also für Vata, Pit­ta und Kapha eine Stun­de kreieren?

Es domi­niert nicht immer nur ein Dosha. Denn im Tages­ver­lauf und auch im Wech­sel der Jah­res­zei­ten sind die Doshas unter­schied­lich aktiv. Daher kann ein Kapha-Typ nach einem anstren­gen­den und stres­si­gen Tag von Vata geprägt sein – dann gilt es, das Vata aus­zu­glei­chen. Vata herrscht vor allem vor, wenn du dich inner­lich unru­hig und rast­los fühlst. Pit­ta zeigt sich, wenn du dich im Hust­le-Modus ver­lierst und sehr ehr­gei­zig bist. Und Kapha ist prä­sent, wenn du dich am liebs­ten ins Bett legen wür­dest, statt dich noch zu bewegen.

Und gene­rell gilt: Mor­gens spü­ren wir oft mehr Kapha, denn zu die­ser Zeit ist die Kapha Ener­gie prä­sen­ter – hier hel­fen akti­vie­ren­de Yoga­übun­gen für den Aus­gleich. Abends brau­chen wir nach einem lan­gen Tag (und stres­si­gen Tag) dage­gen meist mehr Ruhe und Erdung.

Was Ayurveda und Yoga verbindet: Prana, Gunas und die Doshas

Ayurveda für dich als Yogalehrerin: Was sich in deiner eigenen Praxis verändert

Ayurvedische Ernährung als Yogalehrerin

Wenn du Ayur­ve­da wirk­lich inte­grierst, ver­än­dert sich dei­ne eige­ne Pra­xis kom­plett – und vor allem dein Wohl­be­fin­den. Du beginnst zu ver­ste­hen, wie dein Kör­per wirk­lich tickt und wel­che Ernäh­rung und Rou­ti­nen er braucht, damit du dich rich­tig gut und in Balan­ce fühlst.

Nicht jedes Lebens­mit­tel und jede Spei­se kann von jedem Men­schen gleich gut ver­ar­bei­tet wer­den. Wenn du dich ayur­ve­disch ernäh­ren möch­test, darfst du meh­re­re Fak­to­ren berücksichtigen:

  • dein Agni (dein Verdauungsfeuer)
  • dei­ne Konstitution
  • die Jah­res­zei­ten
  • äuße­re Einflüsse

Im Ayur­ve­da hat Agni eine Schlüs­sel­be­deu­tung für unse­re Gesund­heit. Denn nur, wenn unse­re Ver­dau­ung ein­wand­frei funk­tio­niert, kann die auf­ge­nom­me­ne Nah­rung rich­tig ver­ar­bei­tet wer­den. Ein geschwäch­tes Agni – Anzei­chen dafür sind zum Bei­spiel Ver­dau­ungs­pro­ble­me wie Blä­hun­gen, Ver­stop­fung oder ein Bläh­bauch nach dem Essen – bedeu­tet, dass das, was wir auf­neh­men, nicht mehr rich­tig ver­ar­bei­tet wer­den kann.

Die Fol­ge: Ama (Stoff­wech­sel­rück­stän­de), die sich im Kör­per abla­gern und dort Beschwer­den und lang­fris­tig auch Krank­hei­ten begüns­ti­gen kön­nen. Der Zustand dei­nes Agni ent­schei­det auch dar­über, wie gut du bestimm­te Lebens­mit­tel ver­trägst. Ein star­kes Agni kann zum Bei­spiel Roh­kost und schwe­re Mahl­zei­ten bes­ser ver­ar­bei­ten. Ein schwa­ches Agni hin­ge­gen reagiert dar­auf oft mit Ver­dau­ungs­be­schwer­den, Müdig­keit oder einem Gefühl von Schwere.

Neben Agni spielt auch dei­ne Kon­sti­tu­ti­on eine wich­ti­ge Rol­le. Vata‑, Pit­ta- und Kapha-Typen haben unter­schied­li­che Bedürf­nis­se – das, was für den einen stär­kend ist, kann den ande­ren aus dem Gleich­ge­wicht bringen.

Ein Vata-Typ braucht vor allem regel­mä­ßi­ge Mahl­zei­ten sowie war­me und näh­ren­de Spei­sen.
Ein Pit­ta-Typ soll­te sei­ne Ernäh­rung so gestal­ten, dass die Hit­ze im Kör­per aus­ge­gli­chen wird – mit mil­den Gewür­zen und küh­len­den Lebens­mit­teln und Spei­sen.
Ein Kapha-Typ hin­ge­gen braucht auf­grund sei­ner schwe­ren und trä­gen Eigen­schaf­ten eher anre­gen­de Lebens­mit­tel und Gewür­ze, um den Stoff­wech­sel zu aktivieren.

Auch die Jah­res­zei­ten beein­flus­sen dei­ne Ver­dau­ung. Im Win­ter braucht dein Kör­per zum Bei­spiel eher wär­men­de, näh­ren­de Spei­sen, wäh­rend im Som­mer leich­te­re und küh­len­de­re Mahl­zei­ten bes­ser ver­träg­lich sind.

Und auch äuße­re Ein­flüs­se und aktu­el­le Ungleich­ge­wich­te (Vikri­ti) spie­len eine Rol­le. Stress, Schlaf­man­gel, viel Rei­sen oder emo­tio­na­le Belas­tung kön­nen dein Sys­tem aus der Balan­ce brin­gen – und damit auch dei­ne Ver­dau­ung beein­flus­sen.
Des­halb geht es im Ayur­ve­da nie um star­re Regeln, son­dern dar­um, immer wie­der neu wahr­zu­neh­men: Was braucht mein Kör­per gera­de wirk­lich und wie brin­ge ich ihn wie­der in Balance.

Morgenroutine & Rituale: Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung

Wahr­schein­lich hast du als Yogalehrer:in bereits eine klei­ne Mor­gen­rou­ti­ne. Viel­leicht star­test du mit Bewe­gung, Atem­übun­gen oder ein paar Minu­ten für dich, bevor dein Tag beginnt. Und genau hier kannst du ayur­ve­di­sche Emp­feh­lun­gen ganz leicht inte­grie­ren. In der Nacht hat unser Kör­per rich­tig viel „gear­bei­tet“, denn zu die­ser Zeit fin­den die natür­li­chen Rei­ni­gungs­pro­zes­se des Kör­pers statt, und mor­gens, ist laut Ayur­ve­da die bes­te Zeit, um den Kör­per bei der Rei­ni­gung zu unter­stüt­zen. Schon ein paar simp­le Ayur­ve­da Ritua­le am Mor­gen kön­nen dir mehr Ener­gie, Klar­heit und Balan­ce schenken.

Dazu gehö­ren zum Beispiel:

  • ein Glas war­mes Was­ser am Mor­gen, um dein Ver­dau­ungs­sys­tem sanft zu aktivieren
  • Zun­ge­scha­ben, um Abla­ge­run­gen über Nacht zu entfernen
  • Ölzie­hen, um den Mund­raum zu pflegen
  • und ein war­mes Früh­stück, das dein Agni stärkt und dir nach­hal­tig Ener­gie gibt.

Die­se Ritua­le brau­chen nicht viel Zeit, aber sie haben eine gro­ße Wir­kung. Sie hel­fen dir, dei­nen Tag nicht im Stress zu begin­nen, son­dern bewusst bei dir anzu­kom­men, dei­nen Kör­per zu unter­stüt­zen und in Balan­ce in dei­nen Tag zu star­ten. Denn wenn du selbst in dei­ner Balan­ce bist, ver­än­dert sich auto­ma­tisch auch dei­ne Aus­strah­lung – auf der Mat­te und dar­über hinaus.

Wie du Ayurveda in deinen Yoga-Unterricht und deine Yoga Praxis einfließen lässt

Dein Angebot als Yogalehrerin erweitern: Workshops, Retreats, Einzelstunden

Ayur­ve­da eröff­net dir nicht nur neue Per­spek­ti­ven in dei­nem Yoga Unter­richt und in dei­nem Leben, son­dern auch ganz neue Mög­lich­kei­ten in dei­nem Ange­bot. Denn wenn du Ayur­ve­da und Yoga kom­bi­nierst, beglei­test du Men­schen ganz­heit­lich in ihrem
Leben. Du gehst tie­fer. Du ver­bin­dest Yoga mit Ernäh­rung, Rou­ti­nen und Lebens­stil. Und genau das suchen vie­le Men­schen heute.

Zum Bei­spiel kannst du dein Ange­bot erwei­tern mit:

  • Ayur­ve­da-Work­shops, in denen du Grund­la­gen ver­mit­telst und direkt in die Umset­zung gehst
  • Yoga-Retre­ats, die durch ayur­ve­di­sche Rou­ti­nen, Ritua­le und Ernäh­rung noch tie­fer wirken
  • Ein­zel­stun­den, in denen du indi­vi­du­ell auf die Bedürf­nis­se dei­ner Schüler:innen eingehst
  • Beglei­tun­gen und Bera­tun­gen für einen gesün­de­ren, kon­sti­tu­ti­ons­ge­rech­ten Lebensstil

Und das Beson­de­re dar­an: Du hebst dich auto­ma­tisch von ande­ren Yogalehrer:innen ab.
Weil du Men­schen dabei unter­stützt, sich bes­ser zu ver­ste­hen, gesün­der zu leben und in ihre Balan­ce zu kommen.

Du willst Ayur­ve­da nicht nur ver­ste­hen, son­dern wirk­lich in dei­nen Unter­richt brin­gen – mit kon­kre­ten Impul­sen, dos­ha­ge­rech­ten Stun­den und ganz viel Ayur­ve­da-Wis­sen? Dann schau dir die 100h Ayur­ve­da-Aus­bil­dung für Yoga­leh­re­rin­nen an