Schwangerschaft aus ayurvedischer Sicht

Die Schwan­ger­schaft ist kör­per­lich eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für die Frau. Denn der Kör­per ver­än­dert sich und auch unse­re Bedürf­nis­se ändern sich von Monat zu Monat. Daher ist es wich­tig, dass wir die­sen Pro­zess durch eine  gesun­de Ernäh­rung und Lebens­wei­se unter­stüt­zen. Der Ayur­ve­da gibt daher auch in der Schwan­ger­schaft zahl­rei­che Emp­feh­lun­gen für alle Lebens­be­rei­che. Denn eine gesun­de und kon­sti­tu­ti­ons­ge­rech­te Lebens- und Ernäh­rungs­wei­se ist die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung für die Ent­ste­hung und die Ent­wick­lung eines gesun­den Kin­des. Da ich zur­zeit im 6. Monat schwan­ger bin und der Ayur­ve­da bis­her eine sehr glück­li­che Schwan­ger­schaft beschwert hat, möch­te ich mit dir ger­ne in dem fol­gen­den Arti­kel wert­vol­le Tipps für dei­ne Schwan­ger­schaft teilen.

#1 Gesunde Ernährung während der Schwangerschaft

In der Schwan­ger­schaft ist vor allem eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung sehr wich­tig, um das kör­per­li­che und men­ta­le Wohl­be­fin­den der wer­den­den Mut­ter zu stär­ken. Hoch­wer­ti­ge Lebens­mit­tel, die den Kör­per der Mut­ter näh­ren und alle wich­ti­gen Nähr­stof­fe erhal­ten soll­ten bevor­zugt wer­den. Durch eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung kön­nen auch typi­schen Schwan­ger­schafts­be­schwer­den wie Übel­keit, Appe­tit­lo­sig­keit, Sod­bren­nen und Erbre­chen vor­ge­beugt wer­den. Die Nah­rung soll­te in ers­ter Linie daher gut bekömm­lich und näh­rend sein.

Der Fokus soll­te auf frisch zube­rei­te­ten Spei­sen lie­gen, die Kör­per und Geist stär­ken. Daher wer­den wäh­rend der Schwan­ger­schaft auch vie­le satt­vi­sche Lebens­mit­tel emp­foh­len. Ins­be­son­de­re soll­te die wer­den­de Mut­ter viel fri­sches Gemü­se, gekoch­tes Getrei­de, Obst, Hül­sen­früch­te wie zum Bei­spiel Mung­dal und Rote Lin­sen, Nüs­se, Samen und Tro­cken­früch­te inte­grie­ren. Aber auch satt­vi­sche Milch­pro­duk­te wie Ghee und eine war­me Milch mit Gewür­zen sind in der Schwan­ger­schaft sehr zu empfehlen.

#2 Schwer verdauliche Speisen während der Schwangerschaft reduzieren

Alle schwer ver­dau­li­chen Spei­sen und Lebens­mit­tel wie Wei­zen, ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel, Fer­tig­pro­duk­te, Hart­kä­se und Back­wa­ren aus Hefe soll­ten redu­ziert wer­den. Aus ayur­ve­di­scher Sicht soll­te wäh­rend der Schwan­ger­schaft auf sehr schar­fe Spei­sen sowie auf Papa­ya und Ana­nas ver­zich­tet wer­den, da die­se Früch­te eine abtrei­ben­de Wir­kung haben.

#3 Regelmäßige ayurvedische Mahlzeiten in der Schwangerschaft

Und auch regel­mä­ßi­ge Mahl­zei­ten sind in der Schwan­ger­schaft unglaub­lich wich­tig, um den Kör­per zu stär­ken. Die Mahl­zei­ten soll­ten lie­be­voll und acht­sam zube­rei­tet und in einer ange­neh­men Atmo­sphä­re ein­ge­nom­men wer­den.  Ach­te bei jeder Mahl­zeit auf dein Sät­ti­gungs­ge­fühl und höre auf zu essen, wenn du dich ange­nehm satt fühlst.

#4 Ayurvedische Ölmassagen in der Schwangerschaft

Regel­mä­ßi­ge ayur­ve­di­sche Ölmas­sa­gen wir­ken beru­hi­gend, har­mo­ni­sie­rend und aus­glei­chend auf Mut­ter und Kind. Eine regel­mä­ßi­ge ayur­ve­di­sche Ganz­kör­per­mas­sa­ge (Abhy­anga­mas­sa­ge) ist daher sehr emp­feh­lens­wert. Wenn die Zeit nicht immer für eine Kör­per­mas­sa­ge reicht, ist eine täg­li­che Bauch- und Brust­mas­sa­ge sehr zu emp­feh­len. Den dadurch wird die Haut elas­ti­scher, Deh­nungs­strei­fen kön­nen vor­ge­beugt wer­den und auch nach der Schwan­ger­schaft kann sich die Haut wie­der leich­ter rege­ne­rie­ren. Gleich­zei­tig hat eine Ölmas­sa­ge auch immer eine posi­ti­ve und ent­span­nen­de Aus­wir­kung auf den Geist. Denn eine Ölmas­sa­ge wirkt beru­hi­gend und erdend. Für die Mas­sa­ge eig­net sich zum Bei­spiel ein ayur­ve­di­sches Mas­sa­ge­öl, Sesam­öl oder Man­del­öl. Für die Bauch- und Brust­mas­sa­ge eig­net sich beson­ders gut das Kum­kuma­di Öl.


Schwangerschaft aus ayurvedischer Sicht


# 5 Shatavari während der Schwangerschaft

Vor, wäh­rend und nach der Schwan­ger­schaft ist die Ein­nah­me von Shata­va­ri zu emp­feh­len. Der wil­de Spar­gel ist ein ayur­ve­di­sche Frau­en­kraut und wird häu­fig bei Kin­der­wunsch, Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den, Hor­mon­be­schwer­den und auch wäh­rend und nach der Schwan­ger­schaft emp­foh­len. Denn Shata­va­ri stärkt das Shu­kra-Dathu, das Fort­pflan­zungs­ge­we­be und das Immun­sys­tem. Und auch in der Still­zeit för­dert Shata­va­ri die Milch­bil­dung und stärkt den Kör­per. Shata­va­ri kann zum Bei­spiel mit war­mer Milch oder Ghee ein­ge­nom­men wer­den. (Hin­weis: Ich emp­feh­le die Ein­nah­me mit einem Ayur­ve­da-Medi­zi­ner oder Ayur­ve­da-The­ra­peu­ten abzustimmen.)

#6 Bewegung und Entspannung in der Schwangerschaft

Bewe­gung und Ent­span­nung sind neben einer gesun­den und aus­ge­wo­ge­nen Ernäh­rung  unglaub­lich wich­tig in der Schwan­ger­schaft. Ins­be­son­de­re eig­nen sich zum Bei­spiel regel­mä­ßi­ge Spa­zier­gän­ge, leich­te Yoga­übun­gen (Schwan­ger­schaft­syo­ga) sowie leich­te Sport­ar­ten, die den Kör­per nicht zu sehr bean­spru­chen. Außer­dem soll­te die wer­den­de Mut­ter auf regel­mä­ßi­ge Ent­span­nung ach­ten, um sich nicht zu über­an­stren­gen. Auch eine regel­mä­ßi­ge Medi­ta­ti­ons­pra­xis kann hel­fen, sich auf die neue Her­aus­for­de­rung und Ver­ant­wor­tung vor­zu­be­rei­ten und sich mit sei­nem Baby zu verbinden.

#7 Heißhunger und Gelüste in der Schwangerschaft

Heiß­hun­ger und Gelüs­te tre­ten wäh­rend der Schwan­ger­schaft häu­fig auf. Oft­mals kann das Ver­lan­gen nach einem bestimm­ten Lebens­mit­tel wäh­rend der Schwan­ger­schaft ein Zei­chen dafür sein, dass bestimm­te Nähr­stof­fe gebraucht wer­den. Daher emp­fiehlt der Ayur­ve­da die­sem Bedürf­nis­se nach­zu­ge­hen. Soll­ten aber haupt­säch­lich Gelüs­te auf “unge­sun­de” Lebens­mit­tel auf­tre­ten, emp­fiehlt der Ayur­ve­da eine Kom­bi­na­ti­on mit gesun­den Nah­rungs­mit­teln oder den Heiß­hun­ger durch gesun­de Alter­na­ti­ven zu stillen.


8 ayurvedische Routinen und Rituale


#8 Schwangerschaftbeschwerden aus ayurvedischer Sicht

Häu­fig tre­ten wäh­rend der Schwan­ger­schaft die typi­schen Beschwer­den wie Übel­keit, Ver­stop­fun­gen oder Sod­bren­nen auf. Nach­fol­gend möch­te ich dir für die ein­zel­nen Schwan­ger­schafts­be­schwer­den ayur­ve­di­sche Tipps geben.

  • Übel­keit tritt vor allem in den ers­ten drei Mona­ten häu­fig auf. Hier kann es hel­fen Fen­chel­sa­men zu kau­en, Reis­was­ser mit Kar­da­mom oder Ing­wer­was­ser zu trin­ken. Auch getrock­ne­ter Ing­wer ist ein gutes Mit­tel gegen Übelkeit.
  • Bei Ver­stop­fun­gen kann die Ein­nah­me von Ghee hel­fen. Außer­dem kön­nen Ver­stop­fun­gen auch durch eine gut bekömm­lich, saf­ti­ge Ernäh­rung und durch das Ver­wen­den von guten Ölen und Fet­ten beim Kochen vor­ge­beugt werden.
  • Bei Sod­bren­nen kön­nen Ghee, Las­si (ayur­ve­di­sche But­ter­milch) oder Rosi­nen Abhil­fe schaffen.
Glückliche Schwangerschaft mit Ayurveda - Podcast

Yogiveda Podcast

In die­ser Pod­cast­fol­ge “Glück­li­che Schwan­ger­schaft mit Ayur­ve­da” erfährst du mehr über die Schwan­ger­schaft aus ayur­ve­di­scher Sicht. Wie kannst du dei­ne Ernäh­rung und dei­ne Lebens­wei­se anpas­sen, um dei­nen Kör­per und Geist und die Ent­wick­lung dei­nes Babys zu stär­ken. All’ das erfährst du in mei­ner Podcastfolge.