Wie du mit individuell passenden Routinen gesund & entspannt durch deinen Mama-Alltag kommst

Die­ser Arti­kel ist ein Gast­ar­ti­kel von Rena­te Kreuz­wie­ser-Bra­gan­te, Holistic Woman Health & Ayur­ve­dic Nut­ri­ti­on Coach

Sich um Kin­der und Haus­halt küm­mern, täg­lich mehr­mals frisch kochen, neben­bei im Büro oder fürs eige­ne Busi­ness arbei­ten, Zeit für sich selbst und Ayur­ve­da Rou­ti­nen — wie soll das denn als Mama in der Pra­xis funk­tio­nie­ren, fragst du dich jetzt vielleicht.

ABER, es ist viel ein­fa­cher als du denkst, denn mein Kon­zept von Rou­ti­nen ist nicht jenes einer klas­si­schen Ayur­ve­da Mor­gen­rou­ti­ne von 1–2 Stun­den — vom Ölzie­hen über die Abhyan­ga (Ganz­kör­per­öl­mas­sa­ge), Kör­per­übun­gen, bis hin zur 20-minü­ti­gen Medi­ta­ti­on. Son­dern ein moder­nes, an unse­re Zeit und an unse­re indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se ange­pass­tes Konzept.

Mein Kon­zept besteht aus Mikro Rou­ti­nen (10–20 min), die in jeden All­tag pas­sen, abge­stimmt auf dei­nen Dosha-Typen und dei­nen aktu­el­len Zustand sind, und dir je nach­dem, was du gera­de brauchst, Ent­span­nung oder Ener­gie schen­ken kön­nen. Wie die­se Rou­ti­nen genau aus­se­hen kön­nen, erfährst du in die­sem Beitrag.

Das Kraftpotential von Routinen & Gewohnheiten

Zunächst möch­te ich dir das Kraft­po­ten­ti­al von den rich­ti­gen Rou­ti­nen & Gewohn­hei­ten anhand mei­ner eige­nen Geschich­te erzäh­len. Ich litt seit mei­ner Kind­heit an Ver­dau­ungs­pro­ble­men (Blä­hun­gen, Ver­stop­fung, Krämp­fe), spä­ter kamen Into­le­ran­zen (Hist­amin, Lak­to­se, Wei­zen) hin­zu, dazu die­se stän­di­ge inne­re Unru­he und der inne­re Stress. Auf­grund mei­ner eige­nen Geschich­te beschäf­tig­te ich mich schon seit über 20 Jah­ren mit gesun­der Ernäh­rung und ver­schie­de­nen Gesund­heits­kon­zep­ten, die mir hel­fen soll­ten, mei­ne Beschwer­den  los­zu­wer­den. Aber nichts schien mir so wirk­lich hel­fen zu kön­nen, bis ich kurz vor mei­ner ers­ten Schwan­ger­schaft auf den Ayur­ve­da gesto­ßen bin und somit auch auf die indi­vi­du­el­le Betrach­tungs­wei­se jedes Men­schen und auf das Kon­zept der Rou­ti­nen. 

Als ich damals begon­nen habe mei­ne Gewohn­hei­ten zu ändern, mich mei­nem Dosha-Typ ent­spre­chend zu ernäh­ren (Vata-Pit­ta Typ mit Vata-Ver­dau­ung — In mei­nem Fall Roh­kost durch war­me, gekoch­te Mahl­zei­ten zu erset­zen), mehr Regel­mä­ßig­keit in mei­nen Tages­ab­lauf zu brin­gen und täg­lich eine kur­ze ent­span­nen­de Mor­gen­rou­ti­ne zu inte­grie­ren, hat­te sich mein jah­re­lan­ges Lei­den bald in Luft auf­ge­löst. Mei­ne Into­le­ran­zen und Ver­dau­ungs­pro­ble­me ver­schwan­den, ich wur­de inner­lich ruhig, fühl­te mich total mit mei­nem Kör­per ver­bun­den und wur­de kur­ze Zeit spä­ter sofort schwan­ger. 



Mein Mama Alltag mit Ayurveda

Ich erleb­te eine schö­ne, beschwer­de­freie Schwan­ger­schaft und hat­te einen tol­len Start ins Mama-Leben. Mei­ne Rou­ti­nen behielt ich bei (etwas kür­zer, und immer wie­der ange­passt an mei­ne jewei­li­gen Bedürf­nis­se) und merk­te, was für ein Kraft­po­ten­ti­al dar­in steckt. Denn auch nach vie­len schlaf­lo­sen Näch­ten hat­te ich, nach­dem ich mei­ne mor­gend­li­che Rou­ti­ne gemacht hat­te, wäh­rend des Tages erstaun­lich viel Ener­gie, Gelas­sen­heit und Geduld für mein Baby und bin (fast) nie an mei­ne Gren­zen gekom­men. Das war die BESTE VORBEREITUNG auf den MAMA-ALLTAG!! 

Und das emp­feh­le ich auch jeder Schwan­ge­ren oder Frau mit Kin­der­wunsch: Berei­te dich schon jetzt mit Rou­ti­nen dar­auf vor, die dich ent­span­nen, dein Stress-Level redu­zie­ren, dir Ener­gie schen­ken, damit du es im Mama-All­tag auch wirk­lich umset­zen kannst, weil dei­ne Rou­ti­nen so nor­mal gewor­den sind, wie das Zähneputzen.

Mein ayurvedischen Routinen mit Baby

Jetzt fragst du dich bestimmt, wie mei­ne Rou­ti­ne mit Baby aus­sah. Nach­fol­gend tei­le ich mit dir mei­ne per­sön­li­chen Rou­ti­ne nach der Geburt und in den ers­ten Monaten.

Mei­ne kur­ze Mor­gen­rou­ti­ne ent­hielt meist 3 Ele­men­te (ca. 10 — 15 min):

  • Pra­na­ya­ma (tie­fe Bau­ch­at­mung und Ver­län­ge­rung der Aus­at­mung) und/oder eine kur­ze Medi­ta­ti­on (mit z.B Man­tren oder posi­ti­ven Affir­ma­tio­nen und mit dem Fokus auf das Wur­zelcha­kra). Die­se Rou­ti­ne habe ich durch­ge­führt, wäh­rend ich gestillt habe.
  • Dar­auf folg­ten ein paar Asa­nas im Sit­zen (Deh­nen, Stre­cken, Wir­bel­säu­le bewe­gen z.B Cat/Cow im Sitzen)
  • Danach gab es einen war­men erden­den Por­ridge mit viel Man­del­mus zum Frühstück

Die­se drei Ele­men­te, haben mir dabei gehol­fen, mein Vata zu beruhigen.



Typgerecht durch den Mama-Alltag

Je nach­dem wel­che Beschwer­den sich gera­de bei dir zei­gen und wel­ches Dosha du ver­mehrt in dir hast, sind fol­gen­de Rou­ti­nen gut für dich geeig­net. Gene­rell tut den meis­ten Mamas eine Rou­ti­ne gut, die das Vata-Dosha aus­ba­lan­ciert. Denn die meis­ten Mamas lei­den unter einem hohen Vata, das sich durch inner­li­che Unru­he, Ängs­te und Über­for­de­rung, sowie Ver­dau­ungs­be­schwer­den und Schlaf­stö­run­gen bemerk­bar macht. Beson­ders nach der Geburt. Denn nach der Geburt ent­steht ein gro­ßer Hohl­raum im Kör­per und durch die vie­le Bewe­gung im Kör­per wäh­rend der Geburt, ist das Vata erhöht, das jetzt beru­higt wer­den möchte.


Die Morgenroutine bei hohem Vata sollte ruhig, erdend und kräftigend sein.

  • beru­hi­gen­de Atem­übung zum Bei­spiel die Wech­sel­at­mung, um Vata zu beruhigen
  • Atem-Medi­ta­ti­on mit dem Fokus auf eine dop­pelt so lan­ge Ausatmung
  • erden­de Bewe­gung wie zum Bei­spiel ein kur­zer Spa­zier­gang in der Natur oder erden­de Asa­nas wie Vor­wärts­beu­ge oder Krie­ger I+II
  • näh­ren­des, war­mes Früh­stück wie ein Por­ridge mit extra Nüs­sen, Samen und Ghee
  • Abhyan­ga mit Sesam­öl (Tipp: Ich habe mir 2x wöchent­lich abends eine Abhyan­ga mit Sesam­öl gege­ben, a da sich das für mich bes­ser inte­grie­ren ließ)

Die­se Rou­ti­ne tut den meis­ten Mamas sehr gut, weil durch die vie­len Auf­ga­ben, das Vata sehr leicht außer Balan­ce gerät und du es gezielt ein­set­zen kannst, um Vata zu beru­hi­gen. Außer­dem hilft es sehr, den Tag gut zu struk­tu­rie­ren und regel­mä­ßi­ge Essens- und Schla­fens­zei­ten zu inte­grie­ren. Mehr zum Vata-Typ erfährst du hier »


Deine Morgenroutine bei hohem Kapha sollte anregend, bewegt & dynamisch sein

Wenn du zu einem spä­te­ren Zeit­punkt merkst, dass du eher in eine Depres­si­on ver­fällst, dir alles gleich­gül­tig wird, du am liebs­ten den gan­zen Tag schla­fen möch­test und auf nichts Lust hast, außer auf süße Snacks, dann ist ver­mut­lich dein Kapha zu hoch. Um Kapha aus­zu­glei­chen helfen:

  • akti­vie­ren­de Atem­übun­gen z.B die Atmung durch das rech­te Nasen­loch, zum Aus­gleich oder Kapalab­ha­ti und die Feueratmung
  • dyna­mi­sche Bewe­gung, ins Schwit­zen kom­men z.B durch ein paar Son­nen­grü­ße oder Umkehr­hal­tun­gen oder schnel­les Walken
  • leich­tes, anre­gen­des Früh­stück: z.B Hir­se­por­ridge (ohne Nüs­se) oder eine hei­ße Gewürz­milch mit Honig

Mehr zum Kapha-Typ erfährst du hier »


Deine Morgenroutine bei hohem Pitta sollte entspannend und kühlend sein

Gehörst du eher zur Sor­te, die wei­ter machen wie bis­her, ihre To-do Lis­te abha­cken wol­len und wei­ter leis­ten wie zuvor und sich kei­ne Pau­sen gön­nen, dann ist dein Pit­ta etwas zu hoch. Um Pit­ta aus­zu­glei­chen eig­nen sich:

  • küh­len­de Atem­übun­gen z.B Shi­ta­li oder eine Medi­ta­ti­on, die dei­nen Geist aus dem „Macher-Modus“ raus­bringt wie zum Bei­spiel eine Mantra-Meditation
  • sanf­te und küh­len­de Bewe­gung wie zum Bei­spiel sit­zen­de Asa­nas, Vor­wärts­beu­gen, Mond­gruß oder eine Geh-Medi­ta­ti­on. Eine Geh-Medi­ta­ti­on ist eine Kom­bi­na­ti­on aus Bewe­gung & Medi­ta­ti­on. Das lie­ben Pit­ta-Typen, 2 Din­ge mit 1 Übung „abzu­ha­cken“ 🙂
  • lau­war­mes Por­ridge mit küh­len­den Ele­men­ten wie Kokos oder im Som­mer ein Smoot­hie mit ein paar fri­schen Kräutern

Mehr zum Pit­ta-Typ erfährst du hier »


Mit der Zeit wirst du immer bes­ser spü­ren, was dein Kör­per gera­de braucht und dei­ne Rou­ti­ne ent­spre­chend anpas­sen. 

Zum Abschluss gebe ich dir noch mein liebs­tes SOS-Tool an die Hand, falls du mal im All­tag merkst, dass du dich über­for­dert, inner­lich unru­hig und nicht mehr mit dir ver­bun­den fühlst: 

Übung: Kom­me in einen auf­rech­ten Sitz mit einem guten Kon­takt zum dem Boden. Ver­wur­zelt dei­ne Füße. Atme tief in den Bauch und atme dop­pelt so lan­ge aus. Spü­re dabei den Kon­takt zur Erde um dein Wur­zelcha­kra zu akti­vie­ren. Ver­wei­le für min­des­tens 10 tie­fe Atemzüge.


Ich hof­fe, ich konn­te dir mit die­sem Arti­kel eini­ge Anre­gun­gen geben, wie du ent­spann­ter durch dei­nen Mama-All­tag kommst. Mir haben die pas­sen­den Rou­ti­nen jeden­falls sehr gehol­fen gesund & ent­spannt im Mama-All­tag zu blei­ben. Und ich bin in der Fami­lie meist die ein­zi­ge – trotz viel Vata in mei­ner Grund­kon­sti­tu­ti­on – die gesund durch die Ver­küh­lungs- und Grip­pe­sai­son kommt. 

Alles Lie­be,

Dei­ne Rena­te von Mammaveda

Rena­te ist Holistic Women Health & Ayur­ve­dic Nut­ri­ti­on Coach und unter­stützt Frau­en (körperlich/mental) gesund und ent­spannt Mama zu wer­den. Bei ihr geht es um die opti­ma­le Vor­be­rei­tung auf eine gesun­de Schwan­ger­schaft & ein ent­spann­tes Mama-Leben. Das Herz­stück ihrer Arbeit ist, sich indi­vi­du­ell pas­sen­de gesun­de Rou­ti­nen auf­zu­bau­en, die den Kör­per auf allen Ebe­nen in Balan­ce brin­gen. Dabei arbei­tet sie sowohl 1:1 als auch in Grup­pen. Im Online­kurs „Gesund Mama wer­den & blei­ben“ zeigt sie nicht nur, wie du dir dei­ne Rou­ti­nen je nach dei­nem per­sön­li­chen Ziel zusam­men­stel­len kannst, son­dern beglei­tet dich auch 3 Wochen lang bei der Umsetzung.

www.mammaveda.eu

@mammaveda_renatemaria